#2018diydontbuy -Genug gute Gründe

Fast-Fashion, diydontbuy

Ein Hoch auf das WWW – denn in den ersten Wochen des Jahres sind die Näh-Challenges nur so aus dem Boden geschossen (Muriel hat eine Liste zusammengestellt). Herausgestochen ist für mich die Aktion von Mein Feenstaub – #2018diydontbuy bzw. #2018nofastfashion, denn es gibt genug gute Gründe, weshalb man auf Fast-Fashion verzichten sollte.

Unverhältnismäßig viele Klamotten

Spontankäufe, Frustkäufe, Bummeln – online wie offline – es wird uns sehr leicht gemacht unsere Schränke mit Kleidung zu füllen. Kleider die wir nicht brauchen oder uns am Ende gar nicht gefällt. Wir horten Klamotten und haben trotzdem „nichts anzuziehen haben“. Die Kriterien für den Kleidungskauf haben sich verschoben: Günstig und schnell zu bekommen überwiegt gegenüber guter Qualität und Haltbarkeit. Es tut uns nicht mal richtig weh, wenn wir die kratzenden, zwickenden, kneifenden Stücke aussortieren, denn dafür haben wir zu wenig bezahlt. Also ändern wir auch nichts an unserem Kaufverhalten.

Schlechte Arbeitsbedingungen

Dieser übermäßige Konsum von Billigkleidung sorgt nicht nur für einen leeren Geldbeutel, er unterstützt auch die schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten. Schon seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken zu fair gehandelter Kleidung und es fällt mir immer schwerer, Kleidung bei den großen Modeketten zu kaufen.

Wie viele Leute in eurem Bekanntenkreis beschweren sich über Ihre „schlechten“ Arbeitsbedingungen? Kein fairer Überstundenausgleich, zu wenig Urlaub, grundsätzlich miserable Bezahlung – ich kenne genug Menschen, die das so empfinden. Und das ist auch okay, wir müssen uns nicht damit zufriedengeben, wenn wir es nicht sind. Aber genauso sind es wir, ich nehme mich da nicht aus, die noch schlechtere Arbeitsbedingungen in anderen Ländern durch Käufe bei den großen Modeketten unterstützen. Die (meistens) Frauen arbeiten für einen Hungerlohn, zum Teil 10 – 16 Stunden an sieben Tagen in der Woche bei fürchterlichen Sicherheitsbedingungen, um unseren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.  Als Kind hat man Sätze wie „Gleiches Recht für alle“ oder „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu“ eingetrichtert bekommen. Wäre es nicht schön, wenn es so einfach wäre? Eine Regelung für alle.

Ich möchte euch die Doku vom ZDF empfehlen, immer noch aktuell und ein guter Einstieg in das Thema und für mich, der erste Anreiz, mich mit dem Thema auseinander zu setzen:

Und jetzt?

Bis es diese Regelung irgendwann gibt, will ich das nicht mehr unterstützen. Es gibt ganz wunderbare Firmen die faire Kleidung zu fairen Preisen anbieten und zwar dauerhaft. Nicht wie Nike und Co. die „Grüne“-Limited Editions rausbringen. Spoiler-Alarm: Das hilft auch nur, euren Geldbeutel zu leeren. Und wer jetzt an das angestaubte Image von Öko-Klamotten denkt, ich kann euch beruhigen, dem ist nicht mehr so.

Mein Problem mit Fairtrade-Mode liegt eher in der Größenauswahl. Ich bin nun mal keine 34 – 40. Natürlich können gerade bei kleineren Labels nur geringe Stückzahlen produzieren und so konzentrieren sie sich eben auf die gängigsten Größen. Das ändert sich erst mit der höheren Nachfrage, hilft mir aber nicht, wenn ich jetzt etwas brauche. Also „muss“ ich wohl selber ran. Ist auch nicht unbedingt schwer, denn Nähen macht ja Spaß!

Die Challenge #2018diydontbuy

#2018diydontbuy ist eine schöne Aktion um am Ball zu bleiben. Denn was motiviert mehr als viele Näherin mit dem gleichen Ziel, die regelmäßig darüber reden?

Das Prinzip ist einfach: Es wird keine Kleidung gekauft – es wird selbstgenäht. Ausnahmen macht Lisa nur bei Funktionskleidung und Unterwäsche. Bei Funktionskleidung bin ich gut aufgestellt und werde hoffentlich nichts brauchen, Unterwäsche möchte ich zumindest mal versuchen, selbst zu nähen. Aber ich halte mir das offen, ob ich Unterwäsche dann doch auch kaufe – dann natürlich nur die faire Variante. Jeden Monat gibt es eine themenbezogene Frage, die man beantworten kann oder eben auch nicht. Es verhält sich alles sehr ungezwungen und einfach und ich möchte es auf jeden Fall versuchen.

2 comments / Add your comment below

  1. Ein toller Beitrag, das hört sich nach einem spannenden Jahr an! Bei mir hat sich das Shoppen vor ein paar Jahren langsam ausgetröpfelt und ich staune mittlerweile darüber, wie sich hier in Stuttgart die Menschenmassen geduldig durch die Geschäfte schieben (das ist für mich Stress pur ;)).
    LG Maria

    1. Dankeschön! Ja, ich bin auch eher ein Opfer des Online-Shoppings, weil mir das Stadtgerenne zu stressig ist. Ich bin gespannt, wie es laufen wird. Nach meinem Kleiderschrank zu urteilen, sollte ich mal noch ein, zwei Hosen nähen… LG Svea

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