#diydontbuy – die größte Versuchung

Diese Neugierde, wenn du an einem Stoffladen vorbei kommst…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Dieses Gefühl, dass du dort DEN Stoff finden könntest…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Die Neugierde ist so groß…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Nur mal schauen…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Du gehst durch die Tür
Die zarte Seide, die durch deine Finger gleitet…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Der weiche Strickstoff, der dich als Pullover wärmen könnte…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Der rote Stoff der deine Augen leuchten lässt…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Diese Qualität bekommst du sonst nirgendwo…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Der Stoff für das perfekte Sommerkleid…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Die Euphorie über ein echtes Schnäppchen…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Für den Stoff hast du schon genau den richtigen Schnitt zuhause…
– Aber eigentlich brauchst du nichts
Du verlässt den Laden mit einer vollen Tasche.


In meinem ersten Beitrag zum Thema #diydontbuy bin ich auf meine Beweggründe eingegangen, weshalb ich weniger Fast-Fashion kaufen möchte. Wie sich jetzt herausgestellt hat, gibt es eine zusätzliche Herausforderung für mich…

Denn ihr könnt euch sicher denken wo dieser innere Monolog endet?! Genau, die paar Meter hiervon und die paar Meter davon landen wohl gefaltet in der Kiste und warten darauf, dass ich Sie für das Projekt, das sich im Geschäft in meinen Kopf geschlichen hat, verwende.

Stoffkisten, #diydontbuy

Diese Kisten – es gibt 2 davon – sind voll, daran erinnert mich auch gerne mein Mann. Denn solche Besuche bei örtlichen, nicht örtlichen und webbasierten Stoffdealern gab es schon viele. Ich gehe lieber Stoffe shoppen als Kleidung. In Stoffgeschäften ist es deutlich ruhiger, man bekommt nicht die schönen Dinge aus der Hand gerissen. Ja, das ist mir schon passiert, ganz filmreif. In einem Klamotten-Outlet in Frankfurt musste auch schon mal die Security zwischen zwei Damen gehen, die sich um irgendein Kleidungsstück gezofft haben. Sowas finde ich beunruhigend.

In Stoffgeschäften kann man sich in Ruhe umsehen, es wird gestreichelt (der Stoff, nicht untereinander… das wäre wieder beunruhigend) und man kann die Ballen auf einen Haufen legen, ohne dass dir gleich einer was mopst. Die 4 Meter Mantelstoff und die 4 Meter Chiffon (Oh mein Gott, der ist soooo wunderschön), die ich vor kurzem im Sale ergattert habe, haben mir aber jetzt die Augen geöffnet, denn Sie  passen leider nicht mehr in die Kisten rein. Es gibt noch eine Kommode, die ist ebenfalls voll mit Stoff. Im Kleiderschrank ist noch Platz, weil ich ja schon Kleidung aussortiert habe und wenig neue nachkaufe. (Das nennt man dann glaube ich Schönreden)

Als ich den Kleiderschrank öffnete um den Stoff zu platzieren, hinter meinen Pullovern, hat es mich kalt erwischt. Da lagen bereits zwei Mantelstoffe, außerdem 2 Strickstoffe, ein Wollstoff, ein paar andere Stoffmeter und etwas Leder. Mir war dann doch ein bisschen schlecht. Ich musste dem Problem ins Auge sehen: Zu viel Stoff! So viel Stoff, dass ich den Überblick verloren habe.

Schrank, Stoffberg, #diydontbuy

Bitte sagt mir, dass es nicht nur mir so geht!

Da muss ich wohl hart durchgreifen.

Am Wochenende habe ich mir die blauen Säcke geschnappt und aussortiert. Um mir das komplette Ausmaß aufzuzeigen, habe ich alle Stoffe auf einen Haufen geworfen und naja, seht selbst…

aussortiert, #diydontbuy

behalten, vorrat, #diydontbuy

Das alles zu sortieren, fotografieren und erfassen war ein schönes Stück Arbeit, aber ich habe es durchgezogen: Zwei blaue Säcke sind voll geworden, das entspricht 45 Meter. Ein Sack ist mit Stoffen voll, die ich wegwerfe, weil sie löchrig oder es nur noch Reststücke sind. Der andere Sack ist mit Stoffen, die ich weggeben möchte. Es war Vieles dabei, was ich mir zur Anfangszeit gekauft habe, mir aber eigentlich nicht steht. Einige Stücke aus den Stoffkisten der Auswärtigen-Mama mussten auch noch weichen. Und wie viele schwarze Jersey-Stoffe braucht man eigentlich?

Die restlichen 217,5 Meter habe ich jetzt fein säuberlich in den Kisten sowie in der Kommode verstaut. Im Kleiderschrank sind nur noch fertige Kleidungsstücke. Jetzt heißt es, Stoffe vernähen und am Besten auch keine neuen nachkaufen. Aber sehen wir es positiv, für das #diydontbuy-Projekt gibt es genug Material zu verarbeiten.

Um besser den Überblick zu behalten und mich selbst daran zu erinnern, dass ich nicht noch einen Karo-, Leoparden- oder Blumenstoff brauche, werde ich das ganze auch noch in einer App festhalten, denn das Smartphone hat man doch öfter in der Hand.

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich mit den Sack voll gutem Stoff mache… Irgendwie verkaufen oder zumachen und wegbringen?
Was meint ihr, wo bringt man sowas hin?

Wie sich die Herausforderungen und Versuchungen bei den anderen gestalten, könnt ihr hier nachlesen.

7 comments / Add your comment below

  1. Liebe Svea,

    wow, da hat sich ja einiges angesammelt 🙂 Super, dass du das alles mal „katalogisiert“ hast. Leider weiß ich auch gar nicht, wohin damit – vielleicht verlost du ein großes Paket, oder so? :))
    Toll, dass du dabei bist!

    Alles Liebe
    Lisa

  2. Also bei dem ein oder anderen Stoff könnte ich dir Erleichterung verschaffen 😆😁
    Ich mach das so: Reste und löchrige Stoffe bekommt eine Frau, die ich über die nebenan.de-App kennengelernt habe, sie verarbeitet das im Kindergarten. Die guten Stoffe (so der Plan) kommen auf den Blog zum Verkauf/Tausch/Verschenken…oder eben in die passenden Facebookverkaufsgruppen…(für die Altkleidersammlung wäre mir das zu schade)
    LG Maria

    1. Du kannst dir die Stoffe gerne mal anschauen, wenn du möchtest, bekommst auch einen Kaffee dazu! 😀 Ich werde sie auf jeden Fall nicht wegwerfen und denke am Wochenende mal darüber nach, was ich damit mache.
      Liebe Grüße
      Svea

  3. Hallo Svea,

    keine Bange, mir geht es da genauso!
    Mein Ausmaß ist mir bewusst geworden, als ich mir Anfang des Jahres einen neuen Stoffschrank zugelegt habe und bemerkt habe, dass selbst da nicht alle Stoffe rein passen.
    Also heißt es jetzt bei mir auch zusätzlich zum keine Kleidung kaufen nur seeehr wenig neuen Stoff kaufen! Das ist nur erlaubt, wenn wirklich nichts Vergleichbares oder Alternatives im Schrank liegt! Wird ne harte Zeit 😉

    Liebe Grüße,
    Kerstin

    1. Hallo Kerstin,
      ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du den schönen unnötigen Stoffen stand hältst.
      Liebe Grüße
      Svea

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